Unsere Medientipps: Für Sie gelesen, gehört, geschaut...

Barbora Kurcova: Ein Stück Natur. Kreative Dekorationen aus Naturmaterialien für jede Woche des Jahres

Ein gut strukturiertes, schön bebildertes, nicht überladenes Bastelbuch. Es ist aufgeteilt nach den vier Jahreszeiten, wobei sich insgesamt 52 Dekoideen ergeben. Das Icon "Auch für Kinder" zeigt an, welche Dekoideen besonders einfach umzusetzen sind. Schön dabei ist, dass die meisten Dekorationen wirklich nachhaltig sind und grösstenteils komplett biologisch abbaubar wären (falls man sich überhaupt jemals von ihnen trennen will). Schon im Vorwort bittet die Autorin um einen respektvollem Umgang mit den Schätzen aus der Natur und nennt drei Regeln: "Wenn das Material schon auf dem Boden liegt, nehmen Sie so viel, wie Sie wollen. Wenn es noch Leben hat, nehmen Sie so viel, wie sie brauchen. Wenn es hinter einem Zaun wächst, denken Sie nicht einmal daran!"

Besonders angetan haben es mir die Eislaterne mit in Eis konservierten Blättern, Blüten und Beeren und einem Teelicht, das bei konstanten Minustemperaturen draussen fröhlich flackert. Das Prinzip ist das Gleiche wie bei Kräutern, die man in Eiswürfeln gefrieren lässt. Toller Effekt bei kleinem Aufwand! 

Natürliches Konfetti benötigt wohl etwas Zeit, bis man genug davon hat. Da man aber nur buntes Herbstlaub und einen Locher braucht, kann man ohne schlechtes Gewissen laufend mehr davon produzieren.

Und wer sich an die Samenkugel macht, der hat nicht nur selber etwas davon, sondern erfreut auch andere, wenn daraus herrliche Wildblumen wachsen! [Andrea Grichting]

 

David Barrow: Elefant, wo bist du?

Der Engländer David Barrow hat nicht nur eine süsse Geschichte verfasst, er hat sein Bilderbuch auch gleich selber illustriert. Das Gesamtwerk ist gelungen!

Ein kleiner Junge wird von einem Elefanten zu einem Versteckspiel aufgefordert, wobei es der Elefant ist, der sich verstecken soll. Der Junge zählt auf zehn (was beim Vorlesen dank den Zahlen herrlich nachgemacht werden kann), und der Elefant versteckt sich. Auf den folgenden Doppelseiten hat sich der Dickhäuter mehr schlecht als recht versteckt, wobei ihn der Junge trotzdem nicht findet. Bestimmt sorgen die Szenen für viel Gelächter beim kleinen Publikum. Am Schluss stösst die Schildkröte dazu und schlägt eine Runde Fangen spielen vor...

Ganz selbstverständlich vermittelt die kleine Geschichte, dass man nicht immer alles perfekt machen muss, um Spass zu haben. Und vielleicht lädt die Lektüre ja dazu ein, sich auch mal wie der Elefant zu verstecken. Mama als Kleiderständer, Papa als Tisch? Das kann ja lustig werden! [Andrea Grichting]

Cornelia Achenbach: Nachtwanderung

Wir lernen die Protagonistin Ines kurz vor dem Klassentreffen kennen, das den Dreh- und Angelpunkt dieses Romans bildet. Ines ist eine berufstätige Mutter, deren vierjährige Tochter Marie ihr grösstes Glück und gleichzeitig nervernaufreibendste Herausforderung ist. Die Beziehung zu ihrem Parnter Martin ist mehr platonischer Natur und wird von Ines recht abgeklärt und leicht distanziert beschrieben. "Leben und leben lassen", scheint das Motto zu sein, das ein funktionierendes Neben-/Miteinander ermöglicht. In Rückblenden erfährt man über Ines' Jugendjahre, wobei die intensive Freundschaft zu Kirsten alles dominiert. Die beiden Mädchen teilen jedes Geheimnis, verbringen viel Zeit miteinander und scheinen jede der anderen alles zu sein. Bis hierhin wäre alles normal. Doch Achenbach betreibt keine nostalgische Schönfärberei. Denn eines Tages verschwindet Kirsten einfach und hat nichts als ein schwarzes Loch und Fragen hinterlassen. Dieser Verlust legt sich wie ein Schatten über die zweite Lebenshälfte von Ines und macht den Roman zeitweise fast zu einem Thriller.

Egal ob Achenbach ganz banale Dinge oder die chaotische Gedankenwelt einer Pubertierenden beschreibt - sie tut dies so pointiert, treffend und bildstark, dass es ein Genuss ist. Dabei bleibt ihre Sprache unprätentiös und schnörkellos. Ein Beispiel gefällig? Aber gerne! 

"Sie war gerade noch jung genug, um dieses kindliche Urvertrauen in Erwachsene zu haben, diesen Glauben, dass diese Ausgewachsenen schon wüssten, was zu tun sei und wann und warum, und nur langsam bekam dieses Bild Risse, nur langsam begriff sie, dass sie, wenn sie fallen sollte, auch fiel, unbemerkt von Lehrern und Eltern und Grosseltern, die selbst nicht trittsicher waren." (S. 174) [Andrea Grichting]

Mona Kasten: Lonely Heart

«Lonely Hearts – Scarlet Luck» ist der neueste Roman von Mona Kasten. Weitere Bücher von ihr, die in der Stadtbibliothek Burgdorf erhältlich sind, sind die «Maxton Hall»-Reihe sowie die «Again»-Reihe.

«Lonely Hearts» wird abwechselnd aus der Sicht der zwei Protagonisten geschildert: von Rosie Hart und Adam Sinclair. Rosie besitzt eine eigene Show, in der sie Musiker interviewt – Adam hingegen ist Teil der erfolgreichen Band Scarlet Luck. Als Scarlet Luck zu einem Interview bei Rosie zusagen, ist das etwas ganz Besonderes für sie. Das Interview läuft aufgrund eines Missverständnisses jedoch schief und muss abgebrochen werden. Rosie wird daraufhin online heftig von den Fans der Band angegangen. Scarlet Luck, die ein Zeichen gegen Hass im Netz setzen wollen, laden Rosie deshalb zu einem ihrer Konzerte ein, um sich zu versöhnen. Daraus entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen Rosie und Adam, die jedoch durch Adams Geheimnis gefährdet wird.

«Lonely Hearts» schildert die vorsichtige Annäherung zweier Menschen und behandelt einfühlsam psychische Probleme. Zudem normalisiert «Lonely Hearts» das Sprechen über mentale Gesundheit und regt zum Nachdenken über dieses Thema an. Nach Ende der Lektüre bleiben allerdings noch einige Fragen ungeklärt, insbesondere bezüglich Adams traumatischer Vergangenheit. Da «Lonely Hearts» aber der Auftakt zu einem Zweiteiler ist, werden sich diese Fragen voraussichtlich im zweiten Band klären. [Alexandra Widmer]

Malene Sølvsten: Fehu

Düster und atmosphärisch geht es weiter im zweiten Teil der Reihe «Das Flüstern der Raben» von Malene Solvsten. Mit 700 Seiten ist die Fortsetzung nur unwesentlich kürzer als der Vorgängerband.

In «Fehu» begibt sich Anne nach Hrafnheim, der Parallelwelt, in der ihre Zwillingsschwester Serén lebt. Dort will Anne ihre gefangen gehaltene Schwester suchen und den Untergang der Welt, Ragnarök, verhindern. Bei ihrer Ankunft wird Anne jedoch von gegnerischen Soldaten gefangen genommen. Nur mit Hilfe eines abtrünnigen Offiziers namens Rorik kann sie fliehen. Die beiden ziehen zusammen durch das Reich, immer auf der Hut vor den Soldaten von Ragnara. Auf dem Weg nach Sént, dem Ort, an dem Serén gefangen ist, müssen Anne und Rorik zahlreiche Gefahren überstehen. Zudem wird Anne immer noch von Visionen von ihrem eigenen Tod geplagt und muss sich fragen, ob sie diese Reise überhaupt überleben wird.

Malene Solvsten beschreibt eine faszinierende Parallelwelt, die mittelalterlich angehaucht und mit magischen Kreaturen bevölkert ist. Geschickt kombiniert sie dabei verschiedene Fantasy-Elemente und interpretiert die nordische Mythologie neu. Dazu kommen noch allerhand Geheimnisse und überraschende Enthüllungen, wie beispielsweise Ragnaras Plan, sich zu einer Gottheit zu erheben oder die Tatsache, dass sich in Annes engerem Umfeld ein Verräter befindet. All dies zusammen macht «Fehu» zu einem spannenden Leseerlebnis. [Alexandra Widmer]

Albert Camus: Die Pest

Natürlich handelt es sich bei Camus' Werk aus dem Jahre 1947 nicht um eine Neuerscheinung. Aber die Erfahrungen, welche wir alle auf unterschiedliche Art mit der noch immer aktuellen Pandemie gemacht haben, lassen uns den Roman nicht als Utopie lesen, zu der er fälschlicherweise sonst hätte mutieren können, sondern vielmehr als Prophezeihung oder doch zumindest Mahnruf. Dieses Wissen bringt uns Camus' damaligem Publikum näher, das auf Grund seiner Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und dem zweiten Weltkrieg die Pest als Allegorie auf den Krieg verstanden hat.

Beschrieben wird der Pestverlauf in der algerischen Stadt Oran mit dem ersten Auftreten sterbender Ratten über die tödlichen Symptome bei Menschen bis hin zum Höhepunkt der Pest sowie deren Abklingen. Gezeichnet wird der Verlauf der todbringenden Krankheit über mehr als ein Jahr hinweg, wobei den Jahreszeiten eine zentrale Rolle zukommt. Obwohl einige Schicksale herausgearbeitet werden, steht vielmehr die Pest selber im Mittelpunkt und was sie mit den Menschen macht. Was aus kirchlicher Sicht - Camus lässt dazu den Pfarrer Panelous sprechen - erst als Strafe Gottes für ein lasterhaftes Leben interpretiert wird und so zu mehr gottesfürchtigen Menschen führen soll, entsetzt am Ende alle mit seiner Gleichbehandlung: wie in einem mittelalterlichen Totentanz werden wahllos auch diejenigen dahingerafft, die als besonders unschuldig und reinherzig gelten. Der Beschrieb des Krankheitsverlaufs eines Kindes steht exemplarisch dafür.

Wer den Text trotz seiner Aktualität und seines nicht gerade aufbauenden Inhalts nicht scheut, dem sei der Klassiker des Nobelpreisträgers ans Herz gelegt. [Andrea Grichting]

Tanis Gray: Magisch stricken

Dass Stricken ein Revival erfahren hat und sich wieder allseits grosser Beliebtheit erfreut, ist bekannt. Wer nun aber wirklich eine "coole Socke" (sein) will (Socken ab S. 77, Schweirigkeitsgrad mittel), kommt um das Strickbuch zu Harry Potter nicht herum.

Je nach Erfahrung kann man etwas Magisches zum Anziehen oder auch Dekoelemente wie ausgestopfte Tiere (Hedwig fehlt ebenso wenig wie Fluffy), Waschlappen oder eine Decke stricken. Da hilft es, dass im Inhaltsverzeichnis der Schweregrad der jeweiligen Arbeit mit bis zu fünf Blitzen (die natürlich an Harrys Narbe erinnern) gekennzeichnet ist. Die Pullover, Jacken, Schals oder Handschuhe kommen in den bekannten Farben daher, wobei man sich natürlich im Vorfeld für die Hausfarben von Ravenclaw, Slytherin, Hufflepuff oder Gryffindor entscheiden kann. Bestimmt kann man auch einem nicht so strickfreudigen Harry-Potter-Fan viel Freude bereiten, wenn man ihm die Strickarbeit als Geschenk übergibt. [Andrea Grichting]

Patricia Moffett, Clare Baggaley: Wände gestalten in 3D

Die 14 Ideen, welche hier vorgeschlagen werden, haben zum Ziel, die eigenen vier Wände kreativ zu verschönern. Die verschiedenen Techniken sind für unterschiedliche Niveaus geeignet, wobei etwas Fingerfertigkeit und gewisse Vorkenntnisse Grundvoraussetzungen sind. Die Beispiele reichen von "Falten und Schneiden", über "3D-Fundobjekte", "Abformen und Sägen" bis zu "Aufkleben" und "Wände bemalen". Die Resultate können sich sehen lassen und wirken richtig professionell.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Material-Listen sowie Vorlagen erleichtern den Einstieg und lassen aber auch bewusst Spielraum für eigene Ideen zu.

Unsere Favoriten? Die fliegenden Papageien eignen sich bestens als Einsteiger-Projekt und sind gleichzeitig sehr effektvoll (S. 14ff). Die Hirschtrophäe aus Wellpappe zieht garantiert alle Blicke auf sich und bedarf keiner Schrotflinte (S. 20ff)! Und der Murmelparcour aus Eisstielen macht nicht nur Kindern Spass und sieht gleichzeitig originell aus (S. 50ff). Unsere Empfehlung: Unbedingt nachmachen! [Andrea Grichting]

Hédi Fried: Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden

Diese Buch, das sich an Jugendliche richtet, ist nicht druckfrisch - es ist bereits im Jahr 2019 erschienen. Aber seine Autorin Hédi Fried, eine Überlebende des Holocaust, warnt so eindrücklich davor, Geschicht zu vergessen, dass es in Anbetracht der aktuellen Situation Aufmerksamheit verdient.

Hédi Fried hat als aus Rumänien stammende Jüdin gemeinsam mit ihrer Schwester den Holocaust in den Konzentrationslagern Bergen-Belsen und Auschwitz überlebt. Der Rest ihrer Familie wurde von den Nationalsozialisten unter Hitler ermordet. Das rund 150-seitige Buch besteht aus Antworten auf Fragen, die der Autorin anlässlich ihrer zahlreichen Vorträge von Kindern und Jugendlichen gestellt wurden und ist auch für ebendieses Alter verständlich geschrieben. Fried appelliert damit an die Nachwelt, den Holocaust und was dazu geführt hat, nicht zu vergessen, denn nur durch Erinnerung könne eine Wiederholung vermieden werden. Anstatt einer Zusammenfassung folgen Zitate einer Frau, die klug und reflektiert über das schier Unmögliche spricht und schreibt.

"Reaktionen auf Ungerechtigkeiten müssen erfolgen, wenn alles gerade anfängt. Sie hätten in Deutschland Anfang der Dreisigerjahre erfolgen müssen. Nur wengie Jahre danach war es zu spät." (S. 29)

"Mit mir und meiner Schwester an der Seite folgte meine Mutter der Schlange aus Frauen zu einem Stacheldrahtzaun, wo Doktor Mengele mit einer leichten Bewegung seiner Peitsche unsere Mutter nach rechts schickte und meine Schwester und mich nach links. Dies war die Nacht, in der ich meine Eltern verlor. [...] Ich konnte mich nicht von meinen Eltern verabschieden, sie kein letztes Mal umarmen." (S. 41)

"Es genügt nicht, dem Holocaust in der neunten Klasse eine oder zwei Stunden im Geschichtsunterricht zu widmen. [...] Der Holocaust ist geschehen. Wird er vergessen, dann wird er wieder geschehen." (S. 142f)

"Wenn Menschen jeder Hautfarbe, jedes Glaubens, jedes ethischen Hintergrunds und jedes Alters zusammenhalten gegen diejenigen, die nicht verstehen, wie gut wir es in unserer Demokratie haben, dann wird es uns gelingen, diese Demokratie zu bewahren." (S.146) [Andrea Grichting]

 

 

Frances Stickley: Ich kann einfach alles sein!

Der Bildband zeigt vier aufgeweckte Kinder, die beste Freunde sind. Die Zeichnungen kommen sehr farbig daher und laden mit zahlreichen liebevollen Details nicht nur zur Lektüre, sondern wie ein Wimmelbuch auch zum genauen Hinschauen ein. Während eines ganzen Tages spielen die vier Kinder drinnen wie draussen und sind mal Clown, mal Heldin, mal Erfinder, mal Ärztin. Sie haben sich dafür aus Karton eine Rakete und ein Schiff gebastelt, sich mit einem Zauberumhang oder als Dinosauerier verkleidet, machen sich dabei tüchtig schmutzig, gehen dafür am Abend aber auch gutgelaunt in die Wanne. Zum Abschluss werden sie daheim von ihren Eltern geknuddelt und dürfen glücklich einschlafen. 

Die vier Figuren stehen für mutige Kinder, die kreativ zusammen spielen. Kinder, welche die Geschichte vorgelesen bekommen, haben bestimmt Lust, es ihnen nachzutun! [Andrea Grichting]

 

 

Tom Percival: Ganz normal, oder?

Der kleine Norman ist ein ganz normaler Junge, bis ihm eines Tages Flügel wachsen. Diese sind anfangs ganz wunderbar. Doch ihm wird bewusst, dass er mit Flügeln eben nicht mehr normal ist und aus der Reihe fällt. Das Anderssein ist ihm aber unheimlich, so dass er die Flügel mit einer Jacke zu verstecken versucht. Natürlich ergeben sich daraus auch "unnormale" Situationen, Norman grenzt sich aus und wird ausgegrenzt. Zum Glück begreift er am Schluss, dass er sich und seine Flügel nicht verstecken muss und "dass es so etwas wie ganz vormal überhaupt nicht gab".

Der Bildband aus "Die Reihe der starken Gefühle" soll Kinder dazu animieren, sich so zu nehmen, wie sie sind. Und bestenfalls gelingt es Kindern nach der Lektüre vielleicht ja auch, andere so zu nehmen, wie sie sind... [Andrea Grichting]

Danielle Graf: Maxi, beeil dich!

Ein Pappbilderbuch für die Kleinsten mit einer tollen Botschaft! Maxi kommt am Morgen einfach nicht in die Gänge. Während sein Vater ihn etappenweise durch die Morgenroutine schubst (aufwachen, aufstehen, frühstücken, Zähne putzen, anziehen), sieht man Maxis Sichtweise. Nach dem Aufstehen ist ihm viel zu kalt, es ist dabei viel zu hell, die Kleider sind ihm viel zu kratzig. Und wenn er dann endlich bereit wäre, muss er "ganz dringend Pipi..."

Die Bilder machen das Bilderbuch auch für Erwachsene unterhaltsam. Die letzte Seite wendet sich mit Text ganz direkt an sie und greift den Inhalt noch einmal aus der Perspektive der Erwachsen auf: Kinder haben eine andere Wahrnehmung von Raum und Zeit und ihren "Pflichten". Wenn sie nicht immer kooperieren, sollte man das als Eltern nicht persönlich nehmen, sondern mit liebevollen Strukturen helfen. Nicht lehrmeisterhaft, sondern sympathisch! [Andrea Grichting]

Malene Solvsten: Ansuz

"Ansuz " ist der erste Band der Fantasy-Trilogie "Das Flüstern der Raben", für welche die Autorin Malene Solvsten im Jahr 2016 den dänischen Buchpreis der LeserInnen erhalten hat. Ausserdem wurde sie für dasselbe Werk im Jahr 2018 mit einem Preis des dänischen Bibliotheksverbands ausgezeichnet. Nun liegt das Buch in der deutschen Übersetzung vor.

Auf fast 800 Seiten webt die Autorin Elemente der nordischen Mythologie, ein grosses Familiengeheimnis und die Suche nach einem Mörder zu einer spannenden Geschichte zusammen. Die Geschehnisse werden aus der Perspektive der siebzehnjährigen Protagonistin Anne geschildert, welche die Fähigkeit besitzt, Visionen aus der Vergangenheit zu haben. Nacht für Nacht träumt sie, wie ein rothaariges Mädchen ermordet und mit der Rune Ansuz gezeichnet wird. Dies ist jedoch nicht das einzig Seltsame in ihrem Leben. Denn auch in der Kleinstadt in Nordjütland, wo Anne lebt, häufen sich plötzlich immer mehr mysteriöse Ereignisse. Es geschehen mehrere Mordfälle, deren Opfer ausnahmslos rothaarige Mädchen sind, welche anschliessend mit der Rune Ansuz gezeichnet werden. Aber auch all die Fremden, die auf einmal in der Kleinstadt auftauchen und mystische Fähigkeiten besitzen, stellen Anne vor ein Rätsel, auf deren Spur sie sich macht.

Sobald man sich etwas in die Geschichte eingelesen hat, liest sie sich flüssig und spannend. Aufgrund des Umfanges als auch der Themen, die im Buch angesprochen werden, eignet sich Ansuz eher für etwas ältere Jugendliche. [Alexandra Widmer]

 

Massimo Righi, Davide Terziotti, Fabio Petroni, Rimo Duca: Whisky. Geschichte und Kultur des Single Malt

Es ist kein Widerspruch zum Inhalt, dass dieser Band ein Augenschmaus ist: Die Fotografien von Fabio Petroni sind sehr geschmackvoll arrangiert und erfreuen nicht nur Whisky-LieberhaberInnen.

Wie es der Untertitel schon besagt, beschränkt sich das vorliegende Werk auf Single Malt Whisky, also auf diejenigen Sorten, welche "ausschliesslich von einer einzelnen Brennerei mit gemälzter Gerte produziert" werden. Die beiden Autoren tragen der wachsenden Beliebtheit des Whiskys Rechnung, indem sie auch auf die Art der Verköstigung, der Vermarktung mittels ansprechender Etiketten und Flaschen und die Produktion eingehen. Der Hauptteil kann als Nachschlagewerk verstanden werden, das den grossen, vorrangig schottischen Single Malts die Ehre erweist. Die Autoren zollen aber auch anderen Marken Respekt, wie sie in Japan, Taiwan, Inden oder Schweden hergestellt werden. Auf den letzten vierzig Seiten bringt sich der sizilianische Spitzenkoch Rino Duca ins Spiel. Seine kulinarischen Kreationen bestehen aus nur wenigen Zutaten, wovon natürlich eine immer ein Sigle Malt ist. Die schlichten Rezepte und verlockendnen Bilder motivieren zum Nachmachen. Es sei hiermit allen gutes Gelingen gewünscht, die es versuchen. [Andrea Grichting]

Monica Langwe: Bücher binden. 25 Buchobjekte aus Papier und Faden

Das vorliegende Werk kommt in einem schlichten, modernen Layout daher und manifestiert, dass die Kunst des Buchbindens alles andere als altmodisch und verstaubt ist. Die aus Schweden stammende Autorin Monica Langwe schöpft bei ihren Arbeiten aus dem Vollen, hat sie doch Kunst studiert und das Wissen rund ums Buchbinden in verschiedenen Weiterbildungen gefestigt.

Auf rund 100 Seiten zeigt sie Objekte, bei denen man durchaus Fingerfertigkeit und das eine oder andere Werkzeug benötigt, das man sich vielleicht erst noch besorgen muss. Dafür hat man dann an seinem eigenen Ledereinband mit origineller Fadenbingung wohl ein Leben lang seine Freude oder benutzt die ein- und mehrlagigen Hefte mit umso lieber. Dass es aber auch ohne grosse Erfahrungen und vielleicht sogar kinderleicht geht, zeigt Langwe anhand der losen Buchumschläge (wie wir es noch aus der Schule kennen), der hübschen Samentütchen, der Sternspulen für das Garn oder der zahllosen grösseren oder kleineren Schachteln.

Ein vierseitiges Glossar mit deutschen und englischen Begriffen (damit man sich in der englischen Fachliteratur besser zurechtfindet) rundet die verständlich präsentierten Anleitungen ab. [Andrea Grichting]

 

Ulrike Windsperger: Permakultur auf dem Balkon. Reiche Ernte auf kleinen Flächen - Bio-Gärtnern für zuhause

Der Begriff "Permakultur" steht für eine nachhaltige Landnutzung, die weit mehr als nur Landwirtschaft ist. Die Philisophie der Permakultur beinhaltet ganz allgemein das Verständnis von ganzheitlichen Prozessen als Kreislauf, der sich selbst erhalten soll und daher auch Architektur und Wohnen oder Gesundheit und Soziales mit einschliesst. Nicht die Quantität (eine grosse Ernte um jeden Preis) sondern ein Ertrag, der mit der Umwelt in Einklang ist und möglichst ohne Abfall und Gift auskommt, steht im Zentrum. Und obwohl der Grösse eines Areals, das nach den Richtlinien der Permakultur betrieben wird, theoretisch keine Grenzen gesetzt sind, zeigt der Ratgeber von Ulrike Windsperger, dass kein Balkon zu klein, ein Permakultur-Balkon zu sein.

Auf rund 150 Seiten wird in farblich übersichtlich gegliederten Kapiteln aufgezeigt, was alles zur Vorbereitung gehört, welche Pflanzen sich wofür eignen und was es alles beim konkreten Anbau zu bedenken gibt. Auch Nisthilfen, biologischer Pflanzenschutz oder das Wassermanagement werden erläutert. Dabei wird auch nicht verschwiegen, wovon man besser die Finger lassen sollte.

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Permakultur auseinandersetzt, weiss, dass ein Crashkurs als Einstiegshilfe allein nicht ausreichend sein kann, denn es gilt, die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren, Bodenbeschaffenheit und Klima zu verstehen. Wohl deshalb schreckt dieses Thema die grossen Player unserer Gesellschaft ab. Umso mehr kann jede/r einzelne im Kleinen etwas bewirken und den eigenen Balkon als ganzheitliches Ökosystem verstehen und zur eigenen Freude nutzen. [Andrea Grichting]

 

Kerstin Gier: Was man bei Licht nicht sehen kann

Die Bestseller-Autorin Kerstin Gier hat nach der Edelstein- und der Silber-Trilogie (die alle in der Stadtbibliothek Burgdorf ausgeliehen werden können) einen neuen Jugendroman veröffentlicht: „Was man bei Licht nicht sehen kann“. Er stellt den ersten Band der neuen Trilogie «Vergissmeinnicht» dar. Das Buch ist in gewohnt leicht-lustigem Erzählstil abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonisten Quinn und Matilda geschrieben.

Quinn und Matilda sind Nachbarn, und obwohl Matilda seit Jahren eine heimliche Schwäche für Quinn hat, verstehen sie sich überhaupt nicht. Als Quinn jedoch einen unheimlichen Unfall erleidet, verändert sich auf einmal alles in seinem Leben: er muss jede Woche in Physio- und Psychotherapie gehen, seine Freunde behandeln ihn wie ein rohes Ei und er fragt sich zunehmend, ob er wahnsinnig wird. Die grösste Veränderung jedoch ist, dass Quinn plötzlich Dinge wahrzunehmen beginnt, die niemand sonst zu sehen scheint. Als er seinen Freunden davon zu erzählen beginnt, schenkt ihm niemand Glauben. Einzig in der skurrilen Matilda, die er bis dahin eigentlich nicht besonders leiden konnte, findet er jemanden, der ihm glaubt und der ihn nicht nur mitleidig behandelt. Das ungleiche Duo schliesst sich zusammen, um die magische Welt, die sich Quinn eröffnet, verstehen zu lernen.

Wer Kerstin Gier bereits kennt und fantasievolle und amüsante Geschichten mag, dürfte Gefallen an diesem Buch finden, das es auch als Hörbuch gibt. [Alexandra Widmer]

 

Jonathan Coe: Mr. Wilder & ich

Der neue Roman des preisgekrönten englischen Autors Jonathan Coe liest sich leicht und flüssig und spielt hauptsächlich im Sommer 1976, erst in Kalifornien, dann in Europa. In der Rahmengeschichte trifft die blutjunge Griechin Calista zufällig auf den alternden, weltberühmten Filmemacher Billy Wilder und erhält die einmalige Gelegenheit, ihn bei Dreharbeiten zu begleiten. Während Calista Fiktion ist, wird Wilders wahre Biografie in Rückblenden aufgerollt und mit realen Zitaten versehen. Wilders wegweisende Filme werden dabei ebenso erwähnt wie die Lebensgeschichte des Juden, deren schmerzlicher Tiefpunkt in der Flucht vor dem Nationalsozialismus und der lebenslangen Suche nach der Mutter liegt.

Dass Coe die Begebenheiten aus der weiblichen Perspektive Calistas heraus erzählt, genauer gesagt aus der Retroperspektive der mittlerweile verheirateten Musikproduzentin und Mutter zweier erwachsener Mädchen, ist gelungen und macht das Ganze leichtfüssiger. So beanspruchen Calistas Eindrücke als junge Frau im Jahre 1976 ebenso die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser wie auch ihre Lebensumstände 2013, in denen sie auf das Geschehen jenes Sommers zurückblickt.

Wer Gefallen findet an Filmklassikern wie "Manche mögen's heiss", "Das Mädchen Irma la Douce", "Ariane - Liebe am Nachmittag" oder "Sabrina" und an Hollywoodstars wie Audrey Hepburn, William Holden, Jack Lemmon oder Marylin Monroe, wird das Buch mögen. Wem solche Filme zu kitschig sind und wer den Ernst des Lebens darin vermisst, mag vielleicht Wilders Einstellung dazu kennenlernen. Er sagte über sich selbst, so viel Grauen und Schrecken erlebt zu haben, dass er das nicht auch auf Film bannen wollte - seine Filme sollen unterhalten. Das Buch tut es. [Andrea Grichting]

Kai Pannen: Fehlermeldung Schule

Kai Pannen hat ein lustiges und gelungenes Kinderbuch geschrieben. Die Illustrationen und die Texte passen super gut zusammen. Der Text ist einfach zu verstehen, passend für Kinder.

Andro ist kein gewöhnlicher Junge, er ist ein Roboter. Ein Roboter, welcher eine menschliche Hülle trägt und in einer Schule eingeschleust wir, damit er die Menschen besser kennen lernen, ihre Freundschaft gewinnen und dabei nicht auffallen soll.

Andro kämpft sich durch unseren menschlichen Alltag in einer Schule mit vielen Kindern, Lehrern und einem Kantinomaten, der Essen herstellen und Frau Becker ablösen soll, damit diese in den Ruhestand gehen kann.

Aber da wären auch noch die Freundschaftspunkte von den Menschen, die er verdienen sollte. Andro erhält zwar immer wieder Pluspunkte, verliert sie jedoch auch haufenweise wieder. Dass es aber dann auch noch eine Gruppe Kinder gibt, die gegen den Kantinomaten demonstrieren, hilft Andro nicht gerade. Auch Lilly gehört in diese Gruppe. Am Anfang erhält er von ihr noch Freundschaftspunkte. Doch kommt Lilly noch auf die Spur seines Geheimnisses? Und wie viele Freundschaftspunkte hat er am Schluss gesammelt? [Tabea Elber]

Ina Westman: Heute beissen die Fische nicht

Die finnischen Schäreninseln, wo Ina Westman ihren zweiten Roman ansiedelt, kennt die in Helsinki lebende Autorin bestens, verbringt sie dort doch wie ihre Protagonistin Emma Zeit in ihrem Sommerhäuschen.

"Heute beissen die Fische nicht" ist ein handlungsarmer Roman, dessen Stille sehr gut zur Abgeschiedenheit der Inseln passt. Emma verbringt mit ihrem Mann Joel und ihrer Tochter Fanni die Sommermonate dort. Als LeserIn erfährt man eingangs, wie sich das Paar kennen und lieben gelernt hat und wie es mit dem gemeinsamen Kind die Tage auf der Insel verbringt. Doch mit der Zeit werden Schicht um Schicht dieser Oberfläche abgetragen, so dass alles luzid wirkt, bis nichts mehr ist, wie es anfangs schien. Innere Konflikte, elementare zwischenmenschliche und gesellschaftliche Fragen, Zweifel und Ängste treten zu Tage. Dabei wechselt die Erzählperspektive jeweils zwischen den drei Familienmitgliedern. Trotz der reduzierten Handlung und der offensichtlichen Ruhe der Schäreninsel gelingt es Westman, eine vibrierende Spannung aufkommen zu lassen, so dass man das Buch nicht so einfach weglegen kann. (Andrea Grichting)

Elisabeth Taylor: Mrs Palfrey im Claremont

Wer Gefallen findet an feinfühligen Romanen, die leise anklingen, aber doch tiefgründig sind, die im London der 1960er Jahre angesiedelt sind, aber in denen aber doch eher die Werte einer früheren Generation dominieren, der wird «Mrs Palfrey im Claremont» mit Genuss lesen. Die Autorin, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Hollywood-Schauspielerin, wurde 1912 geboren und mit dem vorliegenden Roman für den Purlitzerpreis nominiert. Die mangelnde «Weltläufigkeit» wurde ihm bei der Preisverleihung zum Verhängnis.

Im Mittelpunkt steht die verwitwete Laura Palfrey, die das Claremont-Hotel im Londoner Stadtteil South Kensington, das schon bessere Tage erlebt hat, wie andere Gäste auch zu ihrem Alterssitz macht. Und so wird das Hotel zum Schauplatz der Bewohnerinnen und Bewohner, deren Leben an Dynamik eingebüsst hat und vor allem aus Warten auf das Essen, einer Fernsehserie oder eines Besuchs, der sich nicht einstellt, besteht. Und mit dem Einbüssen ihrer körperlichen Möglichkeiten warten sie alle auch auf den nahenden Tod.

Die einzelnen Charaktere werden behutsam herausgearbeitet, scheinbar lächerliche Eigenschaften respekt-, gar liebevoll beschrieben, ihr Verlust in körperlicher aber auch gesellschaftlicher Hinsicht offenbart. Die Autorin lässt viel Raum für Atmosphärisches und Zwischenmenschliches und ist mit einem Roman über (nicht Älterwerden sondern) Altsein ihrer Generation im Jahre 1971 voraus. Die 2021 erschienene Ausgabe mit einer Neuübersetzung lohnt die Lektüre allemal. [Andrea Grichting]

Naomi Novik: Scholomance - Tödliche Lektion

Die Autorin Naomi Novik lässt sich bei ihren Geschichten gerne von osteuropäischen Märchen und Legenden inspirieren. Der Sage nach sei die Scholomance eine Schule der Magie in Rumänien gewesen - und vom Teufel selbst geleitet worden. Novik greift diese Idee auf und setzt sie fantasievoll um: Die Art und Weise, wie sie die Scholomance beschreibt, ist eines der Highlights dieser Geschichte.

Die Scholomance ist ein Internat ohne Lehrer, ohne Ferien, voll mit verwunschenen Artefakten  und bevölkert von tödlichen Monstern. Es gibt nur zwei Wege, um aus der Schule herauszukommen: die Abschlussprüfung oder den Tod. Die Hauptfigur Galadriel, El genannt, besitzt eine mächtige Gabe, auf die sie vertraut, um es bis zur Abschlussprüfung zu schaffen.

Was die Leser*innen im ersten Band dieser Fantasy-Trilogie erwartet: neue Freundschaften, spannende Wendungen und gefährliche Kämpfe mit Monstern. Die Hauptfigur El ist eine starke Heldin, die ihren Prinzipen immer treu bleibt und sich dabei auch nicht scheut, sich Konventionen zu widersetzen. Wer weiteren Heldinnen dieser Art begegnen möchte, sei an Noviks andere Werke Das dunkle Herz des Waldes und Das kalte Reich des Silbers verwiesen. [Alexandra Widmer]

Maria Isabel Sánchez Vegara: Frida Kahlo

Die Reihe «Little People, BIG DREMAS» hat es sich zur Aufgabe gemacht, berühmte Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur, Wissenschaft, Sport und Gesellschaft kindergerecht zu porträtieren. Stellvertretend für alle Werke sei hier das Buch zu der mexikanischen Malerin Frida Kahlo vorgestellt.

Auf knapp 30 Seiten werden die wichtigsten Stationen in Kahlos Leben in starken Bildern jeweils doppelseitig festgehalten. Der dazugehörige Text ist höchstens dreizeilig und in grosser Schrift, so dass bereits erste Lesekompetenzen auseichend sind, um dieses Sachbuch eigenständig erfassen zu können. Einzig die letzte Doppelseite mit Lebensdaten in Form eines etwas längeren Texts und einer Handvoll Fotos sind eher Erwachsenen zum Vorlesen oder Erzählen vorbehalten.

Die ganze Reihe, die nun auch auf Deutsch erscheint, erfreut sich auf Grund der einfachen, aber ausdrucksstarken Bildersprache und der interessanten porträtierten Menschen grosser Beliebtheit. [Andrea Grichting]

Lupita Nyong'o: Sulwe

Die Autorin Lupita nyong'o ist vieles: eine in New York lebende Kenianerin, eine Produzentin und oscarprämierte Schauspielerin und schwarz. Daher weiss sie aus eigener Erfahrung um die Selbstzweifel dunkelhäutiger Mädchen, deren Weg zu Selbstliebe oftmals noch holpriger verläuft als andere.

Die Hauptfigur "Sulwe" - ein kleines schwarzes Mädchen - hadert damit, dunkler auszusehen als ihre Eltern und als ihre Schwester.  Sie unternimmt alles Mögliche, um eine hellere Hautfarbe zu bekommen. Erst ein Traum gibt ihr das dringend benötigte Selbstvertrauen, sich so zu nehmen und wertzuschätzen, wie sie ist.

Im Nachwort der Autorin wird nicht nur deutlich, dass die Geschichte autobiografisch ist, sondern dass es vielen dunkelhäutigen Mädchen und Frauen weltweit noch immer ähnlich geht. Dieses Bilderbuch will seinen Teil dazu beitragen, dass sich dies einst ändert. Der Einsatz des Gendersternchens im Text versinnbildlicht die Bedeutung weiblicher Präsenz zusätzlich. Die traumhaft illustrierte Botschaft des Buches ist klar: Wir alle sind schön, wenn wir es nur zulassen. [Andrea Grichting]